Jeany Sonneberger Werner Sonneberger




Als ich ein Kind war, sagte meine Mutter mir des öfteren, dass sie mir, wenn ich mal groß wäre, mindestens „zehn von meiner Sorte“ wünsche.

Mittlerweile verstehe ich genau, was sie damals meinte.

Nun, normalerweise wohnen 6 Kinder oder Jugendliche bei uns im Kinderhaus Elvenhof. Hinzu kommen noch die bereits ausgezogene und erwachsene Pflegetochter, der erwachsene Sohn, die erwachsene Tochter und die Enkelin. Das sind also die zehn?!

 

Dieser mein Weg war bis hierhin nicht immer gerade. Im Gegenteil, er machte Schleifen und Umwege, war holperig und glatt, mit Blumen gesäumt und zeitweise auch mit Dornen.

Als ich mit 17 Jahren eine Ausbildung als Anwaltsgehilfin machte, ein paar Jahre später das Abitur auf dem zweiten Bildungsweg und ein Studium begann, war das heutige Ziel bei weitem noch nicht in Sicht.

Nach der Geburt meiner beiden Kinder, einer weiteren Ausbildung zur Schreinerin und einem zweiten Studienbeginn, kam ich dem Ziel schon etwas näher.

Erst als meine Enkelin geboren wurde, die Pflegetochter aus dem Gröbsten raus war und das große Haus, in dem wir seit 1984 wohnten, ganz gut renoviert war und viele Möglichkeiten des Zusammenlebens bot, kam uns im Jahr 2002 der zündende Gedanke uns einem Träger der Kinder- und Jugendhilfe anzuschließen und eine Familienwohngruppe für Mädchen zu gründen. Warum nur für Mädchen, fragt sich manche/r?

In meiner insgesamt 12-jährigen Tätigkeit beim Deutschlandfunk war meine letzte Funktion die der Gleichstellungsbeauftragten. Aufgrund meines feministischen Engagements war die Entscheidung für eine Mädchengruppe lediglich eine weitere Fortführung der Praxis.

Weil ich hierfür noch eine Ausbildung zur Erzieherin benötigte, machte ich diese berufsbegleitend und bekam nach vier Jahren die staatliche Anerkennung.

Irgendwie ergibt sich schon aus dem oben Beschriebenen, dass ich eher eine „Frau der Tat“ bin, als eine Theoretikerin. Dies zeigt sich auch darin, dass ich lieber mit den Kindern – und der Hündin – draußen bin und meinen praktischen Fähigkeiten viel Raum gebe. Aber auch Lyrik schreiben, Bücher lesen und im Chor singen sind ein Teil von mir.

 

Inzwischen haben wir uns vom Träger getrennt, sind selbständig und profitieren von unseren vielfältigen Erfahrungen. Ich bin selber erwachsen und habe mindestens „zehn von meiner Sorte“.

 

Jeany H. Sonneberger

 

 

 

Geboren am 4.August 1956 in Nürnberg als Werner Kuntz, seit 1989 verheiratet mit Jeany Sonneberger, keine leiblichen Kinder, aber seit 1986 Herzensvater von Jule und Johann - später kam Jenni noch dazu. Opa von Mara - was könnte es Schöneres geben?
Spurensuche. Kindheit - Liebevolle Eltern, 4 ältere Geschwister, die mich bestens unterhielten, nach und nach Entdecken der großen weiten Welt...
Erfolgreicher Schwimmer beim 1.FCN, Beatlesfan, 1967 schmerzhafter Verlust des Vaters und damit so ungefähr das Ende der Kindheit....
Auf dem Weg zum Jugendlichen: Langhaariger, als die Hippies bei uns noch Gammler hießen, autodidaktischer Musiker - eine Zeit voller Wirren und immer wieder das Glück gehabt, zurück zu finden....
1974 Umzug nach Köln. Beginn der Ausbildung zum Erzieher. Erste Erfahrungen damit, dass ich tatsächlich zu etwas nütze sein kann und gebraucht werde. Damit eingeleitet der Übergang zum Erwachsenen....
1979 Kauf eines verfallenen Fachwerkhauses in Bad Münstereifel und kreatives Bemühen, dieses bewohnbar zu machen (Wenn ich nicht gerade meine Ente reparieren musste - eigentlich waren meine Autos so bis zu meinem 30. Lebensjahr immer Schrott...). Versuche nach 7 Jahren halbwegs erfolgreich abgeschlossen. 1986 Umzug nach Zülpich zu meiner neuen Familie: Haus ungefähr 10mal größer, aber genauso kaputt, wie das alte am Anfang....aber mittlerweile, wusste ich ja ungefähr, wie so etwas geht.
1989 - 1999 Leitung der Kita an der P.H., Bonn. Eine wunderbare Zeit!!!
1999 - 2002 Leitung Kita Junge Wilde, Bonn - sehr viel gelernt...
2002 - 2009 Familienwohngruppe unter Trägerschaft Godesheim und ich dachte immer noch: Das Leben ist schön!

Seit Oktober 2009 selbständig mit dem Kinderhaus Elvenhof. Damit ist für mich ein Lebenstraum wahr geworden! 

Vorläufiges Fazit. Immer noch Beatlesfan, spiele nach wie vor begeistert Gitarre, Baustelle geht weiter, habe mir in letzter Zeit ein altes Auto gekauft um mal wieder richtig schrauben zu können und bin noch lange nicht fertig damit, die Liebe, die mir meine Familie (und einige wenige ganz besondere Menschen in meinem Leben) schenkten, weiterzugeben.

Werner Sonneberger